Auf einen Kaffee mit einer Syrischen Familie. Besuch im Flüchtlingsheim

Heute besuchten wir das Flüchtlingsheim im Lerchensteig in Potsdam. Dort verteilten wir in der Nachbarschaft gesammelte Winterkleidung, Babykleidung und Spielzeug.Eine der Familien aus Syrien lud uns in Ihren Container und machte uns einen Kaffee. Die Gastfreundschaft war sehr groß und das Wenige, dass die Leute haben, wurde mit uns geteilt. Unsere Kids spielten inzwischen mit Ihren Kindern. Die Container machten einen guten Eindruck und waren mit Kochmöglichkeiten, WC, Dusche etc. ausgerüstet. Mein Eindruck von der Unterkunft war, dass diese menschlich angemessen ist, jedoch weit abvon allem im Potsdam – irgendwo im Wald halt. Wie man da mit den Leuten in Kontakt kommen sollte, das Frage ich mich? Man muss jedoch sagen, dass die Container eine sehr gute Qualität haben. Eine Frau von der Arbeiterwohlfahrt, die die Leiterin zu sein schien, kam auch in dem Flüchtlingsheim vorbei, sie schien eher genervt von unserer Anwesenheit und blockierte jedes Gespräch. Die Syrische Familie lebt seit 11-Monaten in dem Container. Insgesamt stehen Container in denen ca. 150 Leute wohnen. Es leben dort Menschen aus Uganda, Syrien und noch ein paar anderen Ländern. Wirtschaftsflüchtlinge sind das keine! Der Familienvater der 6-köpfigen Familie erzählte uns, übersetzt von seinem Sohn und seiner
Tochter ihre Fluchtgeschichte. Vor 4,5 Jahren verließen sie Damaskus und nahmen ein Taxi in den Lybanon. Dort konnte die Familie ein Flugzeug nach Ägypten kriegen, wo sie für 3 Jahre strandete und für die Überfahrt nach Europa sparte. Nach 3 Jahren nahm die Familie ein Schiff Richtung Italien. Der 12-jährge Sohn der Familie erzählte in schon recht gutem Deutsch davon, wie die Familie zusammengekauert auf dem Schiff mit 650 anderen Flüchtlingen die Überfahrt überstanden. Von Italien ging es nach Österreich und dann weiter nach Deutschland. Jetzt warten sie, der Familienpapa bekommt bald wieder einen Pass, war schon öfter im Jobcenter und kann wenn er Glück hat wieder als Mechaniker arbeiten. Seit 20 Jahren hat er Berufserfahrung als Mechaniker.
Wir bedanken uns bei unseren Nachbarn und einer guten Bekannten, die mit uns die Sammelaktion organisierte und den Kontakt zu den geflüchteten Menschen herstellte.
Nun überlegen wir, wie wir weiter helfen können. Mein Eindruck war, dass die Leute nicht mehr wirklich Sachspenden brauchen, jedoch gerne reden würden und einfach aus der Isolation raus wollen, in der sie nun stecken. Die Kinder, die wirklich sehr schnell Deutsch lernen, sind wahrscheinlich ein Schlüssel dazu. Jeden Dienstag und Mittwoch gibt es ein Frühstück mit den Flüchtlingen, vielleicht ist das eine Möglichkeit zum Austausch?