Das Patientenkarussel

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Gestern wurde mir mitgeteilt, das ich schon bald entlassen werde, darüber bin ich froh, wenn die Wunde trocken ist, lege ich mich lieber zuhause hin als im Krankenhaus. Mit dem Orthopädietechniker stehe ich schon in Kontakt und wahrscheinlich werde ich die Reha im Oberlinhaus in Potsdam machen, dort sitzt auch die Orthopädie Werkstätte. Gebündelte Kompetenz habe ich da vor der Haustüre.

2 tage lang lag ich neben einem netten Mann, dieser hat einen Tumor in der Wirbelsäule, der wird in einer zweittägigen OP heute und morgen entfernt. Soetwas belastet mich auch. Sein gesamtes Rückenmark im Lendenwirbelbereich wird frei präpariert, die Aorta beiseite geschoben, Bandscheiben durchschnitten, dann wird der Tumor rausgeholt und der Herr bekommt 4-6 Wirbelkörper aus Titan.
Am Vorabend vor dieser Riesenop wurde ihm mehrmals gesagt , das er wieder zu mir in das zimmer kommt so das mir seine Frau den Schlüssel des Schranks auf dem Zimmer mit seinen Sachen inklusive Wertsachen anvertraute. Kaum eine Stunde nachdem er in den OP gebracht wurde eine Servierkraft ins Zimmer geschickt und versuchte den Schrank zu öffnen, da er verlegt werden sollte. Ich dachte mir nur, Ihr Schweine, wir vertugen uns gut dann versprechen sie ihm keine Neuverlgeung und am nächsten Tag brechen sie gleich ihr wort. Ich stellte mich dumm, bis die Servierkraft mich fragte, ob ich den Schlüssel hab, ich sagte das ich keine Befugniss der Herausgabe an sie habe, nur an seine Frau. Das bewirkte, das innerhalb von 5 Minuten die Oberschwester und der Stationsarzt bei mir im Zimmer waren, ich nötigte ihnen noch das versprechen ab, das sie die Frau meines Mitpatienten anrufen und seine Sachen sicher einsperren. Der Stationarzt ärgerte sich noch über den Aufruhr den ich mache. Nun ja, meinen Mund haben sie sicher nicht amputiert! Leider konnte ich nicht erreiche, dass die Sachen meines Mitpatienten unangetastet bleiben.
Jetzt liege ich neben einem etwas pennerhaften kettenrauchenden Typen, der mich nervt, der kennt schon alle Kliniken in Berlin und scheint mir ein Hypochonder zu sein und über Ausländer schimpfte er auch schon. Er raucht trotz Lungenkrebs und obwohl sich der Krebs in der Bestrahlung verkleinert, das ist mir unverständlich
Der Trottel war der einzige der mir mehrmals sagte, so jetzt bist du behindert. Mit dem Typen muss ich es die nächsten Tage aushalten. Er kriegt auch nur eine Therapie mit Infusionen, ich glaube die Station hat ihn nur aufgenommen um eine Belegungslücke aufzufüllen (so hört man die Schwestern am Gang streiten).

Heute fragte mich der Trottel ob ich schon den Witz kenne: Kommt der Oberarzt rein und sagt zum Patienten er habe eine gute und eine schlechte Nachricht, welche möchte er zuerst hören. Die schlechte zuerst, erwidert der Patient. Der Oberarzt sagt, versehentlich wurde Ihnen das falsche Bein abgenommen. Was ist dann die gute Nachricht fragt der Patient.
Der Oberarzt antwortet, Ihr krankes Bein kann geredet werden.

Hier liegt er mein neuer Genosse:

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