Lied vom feinen Mädchen

Lied vom feinen Mädchen
Gedicht von Friedrich Wilhelm Güll

Ich bin ein fein’s Mädchen,
Kann drehen das Rädchen,
Kann stricken
Die Maschen,
Und flicken
Die Taschen.
Kann nädeln
Und putzen,
Und fädeln
Und stutzen,
Kann singen
Und springen,
Und braten und kochen
Das Fleisch und die Knochen.

Friedrich Wilhelm Güll

Arbeitswelt, verrückte Welt: Ein Gedicht

Vor ca. 10 Jahren schrieb ich folgendes Gedicht, über das ich gestern zufällig stolperte:

Druck Druck, dack dack macht der Laserdrucker und ich ergötze mich am angenehmen mediativen Geräusch der arbeitenden Maschine – ach wie schön ist dieser sonore Klang:

DRUCK DRUCK – DACK DACK

Ring, Ring – das Telefon unterbricht meine Gedankengänge und entreißt mich aus meiner Traumwelt, eine aggressiv gestresst wirkende Stimme schreit mir Ihren nicht zu entziffernden Nachnamen mit dem Namen einer eigenartig klingenden Firma entgegen. Artig nehme ich den Namen entgegen und ergötze mich wieder am Geräusch des Druckers.

Draußen vor dem Fenster hämmert ein Schlagbohrer und entreißt ihm dem Asphalt – ob wohl mein Bruder am Schlagbohrer auch nicht weiß wofür er arbeitet?

– oder wurde er schon zu einer Maschine wie der vor sich hindackende Laserdrucker.

31.12.13

Das alte Jahr neigt sich dem Ende, Zeit ein Resumé zu ziehen. Viel ist passiert im letzten Jahr, viel wurde geschafft, viel liegt vor uns. Bis ca. Ende April 2013 war das Jahr dominiert vom Hausbau, schlussendlich sind wir am 19. April in unser neues Reihenhäuschen eingezogen. Das war ein grosser Schritt für uns, eine neue Lebensqualität mit Garten, Parknähe, netten neuen Nachbarn und viel Raum war die Belohnung. Viele Arbeit erwartete mich, ich wollte die Diss. massiv vorantreiben, doch die Probleme mit meinem Bein wurden zunehmend größer. Nach vielen Konsultationen und vielem Nachdenken merkte ich, das es so nicht weitergehen kann und entschloss mich zu dem einschneidenden Schritt meinen rechten Unterschenkel nach füneinhalb Jahren des Kampfes zu amputieren. Ich hatte panische Angst vor dem Eingriff und vor dem Aufwachen ohne rechtes Bein. Der 14.8, einen Tag vor der OP, war sehr schwierig. Ich haderte aber nicht mehr mit dem Schicksal, ich hatte alles an OPs zur Rettung meines Beines durch, ich wusste, will ich laufen, dann muss es sein. Ohne Aura, die mir als starke Frau zur Seite stand, hätte ich diese Phase nicht durchgestanden. Viele Mentoren, Freunde und gute Geister an meiner Seiten waren das Rüstzeug in der schweren Stunde. Aura war immer eine strahlende Lichtfigur neben mir, ohne Sie hätte ich es nicht geschafft.
Die Fahrt am Morgen der OP in das Virchow Klinikum werde ich nicht vergessen. Entgegen der Logik fühlte ich mich als ob ich auf eine Schlachtbank geführt werde. Ich hatte panische Angst vor dem Aufwachen. Doch dann…
Es war dann eine Erleichterung, ich wusste jetzt werde ich zum Prothesenträger und ich fand mich damit ab. Es war bis zum Schluss auch nicht klar ob ich im Knie oder der Unterschenkel amputiert wird. Es wurde der Unterschenkel und neue Probleme traten auf. Jedoch erwies sich meine Wahl im Oberlinhaus die Reha zu machen und bei Kniesche die erste Prothese bauen zu lassen, als Goldgriff. Nach der Reha bekam ich meine erste Prothese und es klappt. Ich laufe, nach Jahren laufe ich und nicht nur das, ich laufe lange Strecken, mache wieder Sport und kann bis zu 10km im Gelände Auf und Ab laufen. Schon bald werde ich wieder in das Büro gehen. Natürlich kann es wieder mal sein, das ich in die Klinik muss, im Großen und Ganzen habe ich aber durch den Verlust der Gliedmasse Stabilität, Mobilität und viel Schmerzfreiheit bekommen.
Dann ist dann noch der Alltag den wir mit unseren beiden Kleinen immer wieder auf das Neue meistern müssen, unser fast 4 Jähriger Lucas ist ein kaum zu bremsendes Energiebündel man weiss eigentlich nie was in den nächsten 10 Minuten passieren wird und Maia entdeckt die Welt und ist wechselweise süß und dann wieder ein kleiner Teufel. Es ist oft anstrengend, es ist schön und es ist im wahrsten Sinne des Wortes erfüllend. Auch hier kamen gute Geister zu Hilfe, unsere Nachbarn Michael und Ilse kümmern sich immer wieder liebevoll um die Kleinen und übernahmen die Aufgabe Maia jeden Tag in die Spielgruppe zu bringen.
Es war ein hartes, schönes, turbulentes Jahr, Herausforderungen wurden gemeistert, Neue stehen schon wieder vor der Haustüre.
Ich wünsche mir für meine Familie, mich und all die guten Geister rund um mich in jedem Fall Glück und Gesundheit. Gute Vorsätze gibt es keine, denn wie es so schön heisst der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.

DSC_0620

  • Blende: ƒ/5.6
  • Kamera: NIKON D5000
  • Aufgenommen: 30 Dezember, 2013
  • Blitz: Ja
  • Brennweite: 105mm
  • ISO: 800
  • Verschlusszeit: 1/60s

Mozart 1789 über Potsdam

„Mein liebes Weibchen! Potsdam ist ein teurer Ort, und ich muss hier auf eigene Kosten zehren. Mit der Akademie ist nicht viel zu machen … So musst Du Dich bei meiner Rückkehr schon mehr auf mich freuen als auf das Geld …“.

Die Hundstage, 23. Juli bis 23.August

Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage im Hochsommer nur indirekt zu tun: „Hundstage“ ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Hundsstern Sirius, der Anfang August mit der Sonne auf- und untergeht, benannt wurde. Sie hat sich im Lauf der Jahrhunderte etwas verschoben, denn heute liegen sie meist schon in der Julimitte. Während des Zeitraums der Hundstage liegt in der Regel ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, welches sehr heißes Wetter mit sich bringt und sie zu den heißesten Tagen des Jahres macht.

Die Hundstage gehen bis auf das alte Ägypten im 2. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichneten dort die „Rückkehr“ des Fixsterns Sirius, Hauptstern im Sternbild Großer Hund, an den Morgenhimmel. Sie sind daher ursprünglich keine meteorologische Singularität, sondern ein astronomisches Ereignis. Nachdem Sirius zuvor wochenlang unsichtbar mit der Sonne am Tageshimmel stand, konnte er an den Ufern des Nils gegen Ende der ersten Julidekade erstmals in der sich erhebenden Morgendämmerung wieder erspäht werden. Das gleiche Ereignis wurde später von den Griechen als „heliakischer Aufgang“ bezeichnet, was so viel wie „mit der Sonne“ bedeutet.
Allgemein glaubt man, Sirius ist für die Hitze verantwortlich. Das ist aber ein Irrtum. Lediglich fällt der Aufgang des Sirius mit der Sonne zusammen. So erkannten bereits die alten Griechen klar, dass Sirius nicht die Ursache der sommerlichen Hitze ist, sondern dass der Hauptstern des Großen Hundes rein zufällig in der heißesten Jahreszeit mit der Sonne aufgeht.

Die Dauer der Hundstage erklärt sich übrigens – damals wie heute – durch die Tatsache, dass vom ersten Auftauchen des Sirius in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des gesamten Sternbilds rund ein Monat vergeht. Denn die meisten anderen Sterne des Großen Hunds werden zu diesem Zeitpunkt vom Licht der Sonne noch überstrahlt oder sind teils noch gar nicht aufgegangen. Erst rund ein Monat nach der Wiederkehr des Sirius ist der Abstand zwischen der Sonne und dem Sternbild in seiner Gesamtheit groß genug, dass auch alle Sterne des Großen Hunds, also auch die lichtschwächeren Hundssterne, am Morgenhimmel vor dem Sonnenaufgang sichtbar sind.

Heute erscheint Sirius am östlichen Morgenhimmel nicht mehr zeitgleich mit den nach ihm benannten Hitzetagen, sondern erst Ende August. Astronomen haben ausgerechnet, dass der heliakische Aufgang von Sirius in 10000 Jahren sogar erst im Januar sichtbar sein wird – astronomisch gesehen würden die »Hundstage« dann in den tiefsten Winter fallen.

Quelle: Bauernregel.nethttp://www.bauernregeln.net/hundstage.html

Transformation

Damit alles sich verwandeln kann, wie ein kraftvoller Baum in einem leisen strömen nach unten.

Potsdam Sans Souci

Stehkragen tragende Schnösel, Ralph Lauren Polo tragende Audi Cabrio Fahrer mit operierter Beifahrerin. Arrogant durch die Stadt fahrend, auf der Suche nach Orten wo man gesehen wird. Das Iphone immer griffbereit im Glauben man wird bald angerufen. Man gönnt sich einen Prosecco und verabredet sich zur nächsten Vernissage auf der man die Nase voller Schnee sein Eliteego sonnen kann. Sind wir wirklich in der Krise? Wenn der Verkehr nicht wär in dem die Stadt grad erstickt, dann würden wir ja noch auf einen Latte nach Mitte fahren.
Mäzene die Unis gründen, Stadien kaufen und als Weltverbesserer die Welt verschlimmern tummeln sich in den lokalen Schundblättern. Salzburg und Potsdam, so unähnlich seit Ihr Euch nicht. Der eine baut sich einen Hangar, der andere ein barockes Palais, beide haben die Stadt fest in der Tasche.
Schlösser werden wieder errichtet, daneben betteln nicht von Milliardären geförderte Einrichtungen um Geld. Ein Jugendklub ist halt nichts für Charity…
Touristengruppen Hirschen im Herdentrieb durch die Parkanlagen um danach schnell wieder mit der S Bahn nach Berlin zu fahren (gemeinsam mit all den Studenten die sich das Leben in Friedrichs Stadt nicht leisten können).

Endziel

“Das schließliche Endziel ist vielmehr das, seine natürliche Fähigkeit wiederzugewinnen, mit anderen zu kommunizieren, und das heißt, zu jenem Grundverständnis zurückzukehren, das es überhaupt erst sinnvoll macht, dass einer mit dem anderen redet.”
— Hans-Georg Gadamer